Geburtstag Teil 7

Man nehme eine völlig aufgeregtes Mädchen mit genauen Vortstellungen, eine kreative Mama und einen tatkräftigen Papa und plane.

Der erste Geburtstag war easy. Alles was die Trutsche da interessiert hat, war das Papier zum spielen. Beim Zweiten hatten wir auch noch freie Hand. Sie hatte sich da nur riesig gefreut, dass ganze viele Leute um sie rum waren und alles ganz bunt war. Der Dritte war da schon ein wenig aufregender. Das erste Mal waren Kinder dabei. Es gab Kuchen und nette Gespräche. Aber auch hier war es nicht so wie wichtig warum und wie. Der vierte Geburtstag verebbte auch vor sich hin. Sie wusste zwar was sie wollte, aber es war nur die Familie da und damit auch ein Leichtes. Nachdem aber nun schon zwei Jahre im Kindergarten vergangen waren und Trutsche selber auf anderen Geburtstagen war, musste nun endlich der erste richtige Kindergeburtstag her. Es sollte eine Pool / Plantschbecken Party werden. Sie wusste wer kommen sollte, sie hatte genaue Vorstellungen von der Einladung und dem Kuchen. Aber auch das haben wir super gemeistert. Dann kam der 6te Geburtstag. Ganz ohne Party, ganz ohne Kindern. Es war ihr Wunsch nur mit der besten Freundin einen Tagesausflug zu machen. Natürlich haben wir ihr das erfüllt.

Nun steht also der 7te Geburstag ins Haus. Mit einem selbstbewussten kleinen Mädchen und genauen Vorstellungen. Es soll eine Schnitzeljagd geben. Anschließend eine Poolparty. Einen Schatztruhen Kuchen und Luftballons. Und es gibt natürlich ganz genaue Wünsche und Vorstellungen. Der Pool steht im Garten und die Schnitzeljagd planen wir ohne das Kind. Ein wenig Überraschung soll ja vorhanden sein.

Nun stiefelte ich mit dem Nachwuchs am Anfang der Woche los um alles für die Einladungen zu besorgen. Laden 1. Dort wurde viel entdeckt, aber nichts war richtig. Die Einladungen sollten wie kleine Schatzkarten aussehen und glaubt man ja nicht, das Beige gleich Beige ist. Und es ist auch immer irgendwas was ihr nicht gefällt. Bevor ich nun noch dröflzig Läden abklapper, sind wir direkt in einen Bastelladen marschiert. Erschlagen von 832978 verschiedenen Papieren und Dingen schlug ich wieder etliche vor. Nichts passte und irgendwann schlich sie alleine umher und verschwand in den tiefen der Regale um wenig später mit dem perfekten Papier aufzutauchen. Also war das Thema Einladungen auch durch und somit konnte sie Abends gebastelt und am nächsten Tag verteilt werden. Nun ging das nächste Ding los, sie braucht Geschenke. Logisch, welches Kind nicht. Also los gedüst und eine Geschenkebox gepackt. Im übrigen ist das als fast 7 jährige, welche erschlagen von Spielzeug im Laden steht, nicht ganz so einfach. Aber auch das ist abgehakt und somit stehen nicht mehr ganz so viele Punkte auf der Liste.

Es ist der erste Geburtstag, an dem ich mich bis auf die Schnitzeljagd komplett auf ihre Wünsche einstelle. Quasi als ausführende Gewalt des Geburtstagsplaners. Ich bin gespannt wo das dieses Jahr hinführt. Der Kuchen und das Essen werden einen Tag vorher gemacht und ein Notzelt. falls es regnet gibt es auch schon. Vielleicht sollte ich mir ihr noch das Abendessen besprechen, das hatten wir noch nicht in Planung. Aber Deutschland gucken mag sie an dem Tag, dann, wenn alle ihre Gäste wieder weg sind.

Eltern

Manchmal habe ich das Gefühl, dass es bei der Geburt passiert. Oder es schleicht sich im Laufe der Jahre ein. Oder waren die schon vorher so? Fakt ist, dass man sich ändernt, sobald der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt. Ich für mich persönlich sehe die Welt mit anderen Augen. Hinterfrage das Eine weniger und das Andere mehr. Habe Angewohnheiten abgelegt und andere angenommen. Worauf ich eigentlich hinaus will ist: Eltern sind anstregend.

Eine These, die ich nicht erst seit der Schule aufstelle, sondern schon viel länger. Was sich nach einem Jahr Schule aber sagen kann: Das ganze steigert sich proportional. Während es im Kindergarten 2 Eltern von ca 100 Kinder waren, sind es nun 3 Eltern von 22 Kindern.

Wie wir dürfen keine Nüsse mit in die Schule geben?! Meine Tochter braucht die! Und es ist egal, dass ein Kind eine Allergie dagegen hat!

Neee die Wahl ist so nicht gültig. Man braucht Gegenstimmen und einen richtigen Wahlhelfer. Es geht schließlich um den Präsidenten die Elternvertreter.

Mett? Beim gesunden Frühstück? Bei dem Wetter? Salmonellen? Meine Tochter ist zu jung für Gehacktes!

Helfen? Ich? Nein! Ich arbeite und kann auch keine Teig machen. Und Samstags helfen?! Einmal im Jahr? NEIN! Ich bin so beschäftigt.

Ich könnte jetzt noch mehr aufzählen und würde wahrscheinlich Seiten füllen. Ich weiß, dass es immer wieder Menschen gibt, die mit der Schaukel zu nah an der Hauswand geschaukelt haben die einfach anders sind. Die anders denken und anders Leben. Ich akzeptiere das auch meistens und beiße mir auf die Zunge. Was ich aber absolut nicht nachvollziehen kann, ist die Tatsache, das deren eigene Kinder absolut nicht davon profitieren. Ich muss mich doch selber als Mutter fragen, was passiert mit meinem Kind, wenn ich so und so reagiere? Kann man da nicht mal über den eigenen Schatten springen?!

Jeden Tag beiße ich mir auf die Zunge und lasse Trulla machen. Jeden Tag schaue ich ein wenig mehr weg und stehe ihr nur zur Seite, wenn sie mich braucht. Ich muss ihre Freunde nicht mögen und ich muss auch nicht mögen, dass sie klettert. Aber sie muss es tun. Für sich. Ich muss auch nicht alle Eltern mögen und ich muss auch nicht bei jeder Veranstaltung dabei sein, aber ich dennoch bin ich nett zu allen und versuche so viel wie Möglich zu unterstützen, damit die kleinen ihre Ausflüge machen können, damit sie Kekse backen können und damit sie die nächste Einschulung ausrichten können.

Kinder zu haben heißt nicht Bequemlichkeit, sondern Verantwortung!

Baby´s und schlafen….

…. durch Zufall bin ich auf einen Podcast gestossen: Mama-Talk-Der-Podcast Und genau das ist mal wieder mein Thema. Ich rege mich seit gut 6 Jahren über dieses Thema auf und immer und immer und immer wieder kommt es durch. Es gibt viel zu viele Eltern, die viel zu viel auf diese vielen Ratgeber hören. Und dann ist da ja auch noch Google. Vor ab möchte ich sagen, dass ich zwar auch Tante Google gefragt habe und einen ganzen Ratgeber besessen habe, aber dazu später mehr.

Als ich schwanger war, habe ich mich komplett auf mein Bauchgefühl verlassen. Das hatte dann zur Folge, dass ich Nachts um 2 Uhr, als die Blase einen Riss bekam, völlig entspannt war und mich mehr geärgert habe, dass ich nicht mehr weiter schlafen kann. Mein damaliges Freundinnentaxi habe ich auch nicht sofort erreicht. Aber auch das nahm ich völlig gelassen. Den ganzen Tag über war ich ruhig. Ich wusste das noch nichts passiert und das alles gut ist, weil mein Bauch mir das gesagt hat. Dieser Bauch ist bis heute sehr verlässlich und mein bester Berater in Sachen Kind.

Die ersten Tage vergingen und ich merkte schnell, das mein Baby nicht so viel vom alleine schlafen hielt. Für mich war das ok. Anstrengend aber ok. Immerhin war die kleine 40 Wochen in meinem Bauch. Umgeben von Wänden, in der Wärme und ganz in der Nähe von Mama. Mit ein Mal verändert sich Babys Welt. Alles ist hell, laut und irgendwie sind da drölfzig verschiedene Eindrücke. Ist doch logisch, dass Baby nun Mamas Nähe mehr denn je braucht. Zumindest ist es für mich logisch. Mein Bauch sagte mir: Lass sie in deinem Arm schlafen, nimm sie mit in dein Bett und genieße die Zeit. An dieser Stelle möchte ich sagen, dass man in den ersten ein bis zwei Jahren seine eigenen Bedürfnisse ganz nach hinten stellen sollte. Dieser kleine Mensch braucht Euch. Ihr seid das einzige was ihm Sicherheit gibt. Ich weiß nicht wie oft ich diesen Satz schon gesagt habe: Stell Dir vor du bist 40 Wochen in einer Höhle und kennst nichts anderes außer die Höhle und auf ein Mal bist du in der großen Welt. Mit Riesen, Geräuschen, Licht und allem was das Leben zu bieten hat. Schläfst du dann brav in deinem Bett? In den Babys geht soviel vor im ersten Jahr. So viele Eindrücke und Reize. Gott verdammt nochmal, akzeptiert das doch endlich mal!

Im Podcast ist ein Schlafcoach für Babys zu hören. Ich habe ihn nach 3 Minuten wieder ausgemacht, kann also nicht viel sagen, aber alleine das Wort Schlafcoach hat mir gereicht. Man kann Babys nicht antrainieren alleine zu schlafen, außer mit „Gewalt“. Sicher lernt es nach und nach den Tag und Nacht Rythmus, Das braucht aber Zeit. Wie lange habt ihr gebraucht, bis ihr Schreiben oder Lesen konntet? Eltern sollten viel öfter anfangen dran zu denken, wie es bei Ihnen war!

Unsere Tochter hat mit 2,5 Jahren das erste Mal komplett eine Nacht durchgeschlafen. Und soll ich Euch mal was sagen, dass ist ok. Wenn man sich nämlich für ein Kind entscheidet, dann entscheidet man sich gegen sein altes Leben. Dieses Thema ist so komplex, dass ich noch ewig weitere Beispiele anführen könnte. Es geht nämlich nicht nur um das schlafen, aber ich denke das führe ich wann anders einmal aus.

Zum obigen Ratgeber, den ich besaß: SCHEISS BUCH. Es nennt sich: Jedes Kind kann schlafen lernen und ist in meinen Augen eines der schrecklichsten Bücher die es gibt. Ich habe mein Kind nie schreien lassen. Warum sollte ich auch. Viele sagen: Du verwöhnst Dein Kind! NEIN! Wenn Erwachsene traurig sind und weinen, freuen sie sich auch über jemanden, der sie in den Arm nimmt. Und ein Baby noch viel viel mehr in der großen unbekannten Welt! Denkt mal drüber nach ob ihr wirklich auf die Bedürfnisse Eures Babys oder auf eure Bedürfnisse hört!