Räumt auf mit den Vorurteilen.

Es gibt da genug Beispiele in der Gesellschaft die ich alle nun benennen könnte, aber ich gehe davon aus, jeder weis was ich meine. Es sind die kleinen Dinge, die jeder irgendwie im Kopf tut. Es sind die großen Dinge, die Menschen verurteilen ohne sie zu kennen.

Ihr seht bei Instagram einen kleinen Ausschnitt von mir und meinem Leben und bildet Euch dazu bestimmt Eure Meinung. Einige wenige kennen mich persönlich, einige noch wenigere kenne mich gut und noch weniger kennen mich so gut und zu wissen wie ich bin. Aber alle haben eine Meinung und die festigt sich an dem gesehen.

Ich habe oft mit Vorurteilen zu kämpfen. Nicht allgemein, sondern gegen mich und meine Familie. Es fing im Kindergarten an. Also nicht in meiner Zeit, sondern der meiner Tochter. Was ich da erschreckendes seitens der Eltern erleben durfte, hat mich schockiert. Trutsche kam im September in den Kindergarten. Eine Jahreszeit in der man nicht wirklich in kurzer Kleidung in den Kindergarten geht. Also konnte keiner der oberkorrekten, nie was falsch machenden Eltern auch keines meiner Tattoos sehen. Ich wurde nett begrüßt, es wurde sich unterhalten und man lernte sich kennen. Man lernte einzuschätzen wer oberflächlich ist, man lernte einzuschätzen, wer sich einfach der Gesellschaft anpasst und man lernte auch nette Menschen kennen. Über ein halbes Jahr später kam die warme Jahreszeit und somit das wahre Gesicht der Eltern. Ich wurde auf einmal anders behandelt. Als wenn die Tattoos über den Winter einen anderen Menschen aus mir gemacht hätten.

Das war so ziemlich das erste Mal das ich mich fragte, was diese armen Kinder doch von ihren Eltern beigebracht bekommen. Hier versuchen wir zu vermitteln, das ein Mensch nicht schlecht oder gut ist, weil er Tattoos hat, weil er eine Brille hat, weil er lange oder kurze Haare hat oder vielleicht ein Handicap. Ich möchte mir ein Bild von den Menschen machen ohne das Aussehen als Indiz zu nehmen.

Solche Situationen gab es seit dem in der Art immer wieder. Und immer wieder habe ich gesehen, dass die Kinder nicht das Problem sind. Im Gegenteil. Ich möchte jetzt nicht sagen, dass alle Eltern so sind, aber ein verdammt großer Teil.

Kommen wir nun also wieder zum Schubladen denken. Wenn ich Euch nun erzähle, dass ich Tattoowiert bin, Onkelz höre, meine erste Lehre abgebrochen habe. Na was denkt ihr?

OH GOTT! UND SOWAS HAT EIN KIND?!

Ich denke so in der Art wird es gerade bei Euch ablaufen.

Wenn ich Euch nun aber auch erzähle, dass ich so ziemlich alle Schlager auswendig kann und auch gerne höre. Das ich Disney liebe und am liebsten das ganze Haus kunterbunt hätte. Dann seht ihr wieder einen anderen Menschen und interpretiert etwas neues in mich hinein.

Und wenn ich dann noch sage, dass ich meinen Garten liebe, wir unser eigenes Gemüse anbauen und ich Haremshosen liebe. Das ich am liebsten meine Birkenstock trage und gar nichts vom schminken halte. Ja dann habt ihr eine dritte Person im Kopf, oder?

Alle Dinge die oben beschrieben sind habe ich mir nicht ausgedacht. Sie treffen auf mich zu. All das bin ich und all das mache ich.

Und jetzt denkt mal drüber nach, wenn ihr das  nächste mal jemanden verurteilt!

 

PS: Um das ganze abzurunden mag ich Euch was zeigen!. Gerade bei youtube gefunden und etwas was man so nicht erwartet.

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